Birdwatching & Naturtourismus

Vogelbeobachtung als naturtouristisches Potenzial

Angebote entwickeln, Zielgruppen begeistern

Vogelbeobachtung hat sich zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung entwickelt. Für viele Einheimische und Gäste ist die Beobachtung der Vogelwelt und das Lauschen von Vogelstimmen ein wichtiger Bestandteil eines abwechslungsreichen Naturerlebnisses. Bislang haben allerdings nur wenige Tourismusdestinationen und Schutzgebiete das Thema aufgegriffen und Zugänge zu diesem Erlebnis durch spezifische Angebote entwickelt.

Darin liegt eine Chance für Tourismusregionen, die das das Thema Vogelbeobachtung aufgreifen, Angebote entwickeln und diese in ihr naturtouristisches Angebotsportfolio integrieren. Sie sprechen damit eine wachsende Zielgruppe an und bauen einen starken Kommunikationsanker auf. 

Wir unterstützen Sie dabei!

Ein Wiedehopf mit auffälliger Federkrone und schwarz-weiß gemustertem Gefieder sitzt auf einem Ast

Warum Birdwatching?

Vögel sind einzigartig – sie faszinieren uns seit jeher mit ihrer Vielfalt, ihrem Gesang und ihrer unglaublichen Fähigkeit zu fliegen. Sie begleiten uns in unterschiedlichste Landschaften: von Binnengewässern und Wäldern über offene Meere und Heidelandschaften bis hin zu Agrarflächen, Dörfern und Städten. Dabei eröffnen sie spannende Einblicke in die Zusammenhänge unserer Ökosysteme und erzählen Geschichten, die berühren und begeistern.

Birdwatching ist ein Ganzjahresabenteuer: Jede Saison bringt neue Beobachtungen, neue Begegnungen und neue Kommunikationsanlässe. Ob Frühjahrszug, Sommergesang oder Wintergäste – die Vogelwelt hält immer Überraschungen bereit.

Moderne Hilfsmittel wie Vogelstimmen-Apps oder Echtzeit-Infos zum Vogelzug machen den Einstieg besonders leicht – gerade für eine junge, digital-affine Zielgruppe. So wird Naturerleben zeitgemäß und zugänglich.

Vögel sind „familientauglich“: Sie begeistern Kinder ebenso wie Erwachsene und schaffen gemeinsame Naturmomente. Gute Birdwatching-Angebote sorgen zudem für eine störungsfreie Beobachtung und lenken Besucher verantwortungsvoll durch die Natur.

Ein Schwarm Nonnengänse fliegt über Salzwiese

Unsere Leistungen

Ein großer Silberreiher mit ausgebreiteten Flügeln läuft auf dem Wasser vor Schilf im Hintergrund

Unser Team

Dr. Kai Pagenkopf

Dr. Kai Pagenkopf

Seit meiner Jugend beschäftige ich mich intensiv mit der Ornithologie. Aus ersten Beobachtungen in meiner Heimat in Norddeutschland entwickelte sich ein fachliches Interesse, das ich als Diplom-Geograph und promovierter Landschaftsökologe wissenschaftlich vertieft habe. Meine Promotion führte mich in die sibirische Wildnis – ein Gebiet mit besonderen ornithologischen Herausforderungen und Chancen.

Nach meiner Forschungszeit gründete ich einen Naturreiseveranstalter, um fundierte Naturerlebnisse für unterschiedliche Zielgruppen zugänglich zu machen. Heute arbeite ich in der Tourismusberatung und unterstütze Regionen dabei, naturbasierte Angebote professionell zu entwickeln und nachhaltig zu positionieren.

Ein Schwerpunkt meiner Arbeit ist der Naturtourismus – insbesondere dort, wo ökologische Expertise, Besucherlenkung und hochwertige Naturerlebnisse zusammenkommen.

Andreas Lorenz

Andreas Lorenz 

Die Vogelwelt begleitet mich seit vielen Jahren und ist ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit im Tourismus. Ich bin ausgebildeter Volkswirt und Absolvent des Tourismusmanagements. Als selbstständiger Tourismusberater verbinde ich die fachliche Analyse mit praktischer Erfahrung aus zahlreichen Birdwatching-Touren in Deutschland und Europa. Diese Einblicke fließen direkt in meine Projekte ein – von der Angebotsentwicklung über Besucherlenkung bis hin zu wirtschaftlichen Konzepten für naturtouristische Regionen.

Mir geht es nicht nur um wirtschaftliche Konzepte, sondern vor allem darum, Natur bewusst und erlebbar zu machen.

Prof. Dr. Hermann Mattes

Prof. Dr. Hermann Mattes 

Die Auseinandersetzung mit der Vogelwelt prägt meine berufliche Laufbahn seit vielen Jahren. Als Biologe und langjähriger Professor für Tierökologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster habe ich zahlreiche ornithologische Forschungsprojekte geleitet und wissenschaftliche Grundlagen vermittelt.

In meiner heutigen Tätigkeit bringe ich diese Expertise in naturtouristische Projekte ein. Dazu gehören ökologische Bewertungen, die Entwicklung fachlich fundierter Angebote sowie die Vernetzung mit Akteurinnen und Akteuren aus Ornithologen- und Birdwatching-Szene. Mein Fokus liegt darauf, wissenschaftliches Wissen praxisnah nutzbar zu machen und Regionen bei der Umsetzung naturverträglicher Tourismuskonzepte zu unterstützen.

Hanne Gremmelspacher

Hanne Gremmelspacher

Schon während meines Studiums habe ich mich mit der Frage beschäftigt, wie Tourismus verantwortungsvoll gestaltet werden kann. Im Bachelorstudium „Alternativer Tourismus“ und im Master „Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement“ habe ich mich auf nachhaltige Entwicklung im Reise- und Freizeitbereich spezialisiert.

Heute unterstütze ich Regionen und Unternehmen dabei, tragfähige und zukunftsorientierte Tourismuskonzepte zu entwickeln. Dabei geht es um klare Strategien, realistische Maßnahmen und die Verbindung von Naturerlebnis, regionaler Wertschöpfung und Umweltverträglichkeit.

Für mich bedeutet Nachhaltigkeit, Tourismus so zu gestalten, dass er langfristig positive Effekte für Gäste, lokale Gemeinschaften und Naturräume schafft.

Aus der Praxis

Einige Urlaubsregionen in Deutschland haben schon tolle Vogelbeobachtungsangebote entwickelt. In unserem kleinen Magazin stellen wir die besten Ideen vor.

Seenland Oder-Spree

Egal zu welcher Jahreszeit – das Seenland Oder-Spree ist Naturerlebnis pur und ein wahres Paradies für alle, die mit Fernglas und offenen Ohren unterwegs sind. Zwischen stillen Seen, weiten Flussauen, urigen Wäldern und offenen Heideflächen finden sich hier ideale Bedingungen, um die Vogelwelt in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten.

Das ganze Jahr ein Vogelparadies

Im Winter rasten auf den zahlreichen Seen tausende Wasservögel, die man von Stegen, Aussichtspunkten oder ganz entspannt vom Ufer aus entdecken kann. Im Frühling erfüllt Vogelgesang die Wälder und Feldgehölze, wenn Singvögel Reviere besetzen und ihre Nester bauen. Im Sommer wird es lebhaft: Elternvögel sind mit der Aufzucht ihrer Jungen beschäftigt und lassen sich besonders gut bei der Nahrungssuche beobachten. Im Herbst schließlich ziehen die Kraniche über die Region und sorgen für eines der eindrucksvollsten Naturschauspiele des Jahres.

Hot-Spots für Beobachtungstouren

Im Seenland Oder-Spree haben wir mehrere Gebiete als besonders geeignet für die Vogelbeobachtung identifiziert. Sie sind bequem mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV zu erreichen, haben eine abwechslungsreiche Vogelwelt und gute Beobachtungsbedingungen. An vielen Orten erleichtern Aussichtstürme, Stege und markierte Punkte die Beobachtung und bieten freie Sicht auf die gefiederten Bewohner. Ganz wichtig: Die Vögel werden von den Besuchern nicht gestört! 

Für alle Hot-Spots gibt es Tourenempfehlungen und Hinweise zu gastronomischen Angeboten.

Vor Ort informieren QR-Codes des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten über das Artenspektrum. Die Codes verweisen auf aktuelle Beobachtungen, die auf der Citizen-Science-Plattform „ornitho“ gemeldet wurden.

Infos zu Vogelarten

In einer eigenen Rubrik werden die wichtigsten Vogelarten des Seenlandes mit Text, Foto und Vogelstimme vorgestellt. 

Veranstaltungsangebote

Gemeinsam mit den Naturparken und ihren Rangerinnen und Rangern werden regelmäßig Führungen angeboten. Im Frühjahr veranstaltet der Tourismusverband Seenland Oder-Spree eine Birdwatching-Woche mit unterschiedlichen Veranstaltungsformaten. Dabei werden die touristischen Partner eingebunden.

Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe sind dabei

Die Birdwatching-Angebote wurden gemeinsam mit den touristischen Anbietern der Region entwickelt. Die ausgearbeiteten Tourenempfehlungen beinhalten Tipps zu Übernachtungen und kulinarischen Genüssen. Besonders engagierte Übernachtungsbetriebe werden als „Birdwatching-Hotels“ gelabelt. Sie haben eine eigene Beobachtungstour in Hausnähe, informieren ihre Gäste über die Vogelwelt der Region und beteiligen sich an vogelkundlichen Veranstaltungen. Einige halten Ferngläser zum Verleih bereit.

Nachhaltig erleben, achtsam beobachten

Birdwatching steht im Seenland Oder-Spree für achtsamen Naturgenuss und sanften Naturtourismus. Die ausgewiesenen Gebiete wurden gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Naturschutz, Forschung und Tourismus entwickelt, damit Besucher die Vogelwelt intensiv erleben können und gleichzeitig Brut- und Rastgebiete geschützt bleiben.

Beobachtungsturm in Altfriedland
Landschaft in der Reicherskreuzer Heide

Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Die Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer sind ein neuntägiges Naturerlebnis, bei dem sich im Herbst alles um den Vogelzug über der Nordseeküste dreht. Millionen Zugvögel legen im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer eine Pause auf ihrer langen Reise zwischen arktischen Brutgebieten und südlichen Winterquartieren ein – ein Schauspiel, das sich hier aus nächster Nähe beobachten lässt.

Was die Zugvogeltage besonders macht

Seit 2009 finden die Zugvogeltage jedes Jahr rund um das zweite Oktoberwochenende statt und verbinden Naturbeobachtung mit fundiertem Wissen und großer Begeisterung für den Vogelschutz. Entlang der gesamten niedersächsischen Küste – vom Dollart bis zur Unterelbe, von Borkum bis Wangerooge – erwarten die Besucher hunderte Veranstaltungen, die den Vogelzug und die Bedeutung des Wattenmeeres näherbringen.

Programm für Groß und Klein

Während der Zugvogeltage lässt sich die Vogelwelt auf vielfältige Weise erleben: bei geführten Exkursionen zu Fuß am Deich, auf dem Rad durch Salzwiesen oder mit dem Schiff hinaus ins Wattenmeer. Spannende Vorträge, reich bebilderte Präsentationen, kreative Mitmachaktionen, Lesungen, Konzerte, Kunstprojekte und spezielle Angebote für Kinder machen die Tage zu einem Fest für alle Sinne. Viele Angebote richten sich ausdrücklich an Einsteigerinnen und Einsteiger – Vorkenntnisse in der Vogelbestimmung sind nicht nötig.

Zusammenarbeit mit Touristikern

Die Tourismus-Agentur Nordsee GmbH (TANO) ist als strategische Tourismuspartnerin eingebunden, die den Nationalpark und seine Angebote rund um den Vogelzug sichtbar macht und in eine nachhaltige Destinationsentwicklung einbettet. Sie ist als Destinationsmanagement- und -marketingorganisation für die niedersächsische Nordseeküste zuständig und verknüpft die Zugvogeltage mit der touristischen Profilbildung der Region. Die TANO bringt ihr Netzwerk an touristischen Akteuren (Kommunen, Leistungsträger, Inseln, Küstenorte) ein, damit Angebote während der Zugvogeltage qualitativ hochwertig, zielgruppenorientiert und gleichzeitig im Einklang mit den Schutzzielen des Nationalparks sind. So werden die Zugvogeltage  als Leuchtturm eines qualitativ hochwertigen, nachhaltigen Nordsee-Tourismus wahrgenommen und weiterentwickelt.

Naturtourismus mit Verantwortung

Die Zugvogeltage zeigen eindrucksvoll, warum das Wattenmeer eine Schlüsselrolle für den internationalen Vogelzug spielt und weshalb sein Schutz so wichtig ist. Alle Angebote folgen hohen Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstandards: Fachkundige Guides sorgen für respektvolle Distanz zu den Vögeln, Wegeführung und Beobachtungspunkte sind so gewählt, dass Brut- und Rastgebiete bestmöglich geschont werden.

Jedes Jahr ein neues Erlebnis

Jede Ausgabe der Zugvogeltage setzt eigene thematische Schwerpunkte und lädt Partnerregionen ein, die ebenfalls an der Zugroute liegen. So entstehen immer wieder neue Blickwinkel auf den Vogelzug – vom Leben einzelner Arten über internationale Schutzprojekte bis hin zu Kunst- und Kulturformaten rund um die Welt der Zugvögel. Wer einmal dabei war, erlebt das Wattenmeer danach mit anderen Augen – als lebendigen, unverzichtbaren Knotenpunkt auf den Routen von Millionen Vögeln.

Hinweis-Stele auf den Nationalpark auf Langeoog

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